Mietkaution in der Schweiz: fünf Regeln, die Sie prüfen sollten
Die Kaution für Wohnräume ist begrenzt und muss auf bestimmte Weise verwahrt werden. Diese Checkliste hilft vor der Zahlung und beim Auszug.
Eine Kaution ist eine Sicherheit, keine zusätzliche Gebühr
Eine Mietkaution sichert berechtigte Forderungen der Vermieterschaft aus dem Mietverhältnis. Für Wohnräume enthält Artikel 257e des Schweizerischen Obligationenrechts klare Regeln zur Höhe, zur Verwahrung und zur Freigabe der Sicherheit.
1. Bei Wohnräumen beträgt die Obergrenze drei Monatszinse
Für eine Wohnung darf die Vermieterschaft keine Sicherheit verlangen, die drei Monatszinse übersteigt. Prüfen Sie den Betrag im Mietvertrag, bevor Sie bezahlen, insbesondere wenn Nebenkosten in die Berechnung einbezogen wurden.
2. Das Konto muss auf den Namen der Mieterschaft lauten
Wird die Sicherheit in Geld oder Wertpapieren geleistet, muss die Vermieterschaft sie bei einer Bank auf einem Spar- oder Depotkonto hinterlegen, das auf den Namen der Mieterschaft lautet. Verlangen Sie die Bankunterlagen und bewahren Sie sie zusammen mit Ihrem Mietvertrag auf.
3. Die Bank darf die Kaution nicht auf einseitiges Verlangen freigeben
Die Bank darf die Sicherheit nur mit Zustimmung beider Parteien oder gestützt auf einen rechtskräftigen Zahlungsbefehl beziehungsweise ein rechtskräftiges Gerichtsurteil freigeben. Das schützt beide Seiten, während eine tatsächliche Streitigkeit geklärt wird.
4. Nach dem Auszug ist die Jahresfrist wichtig
Hat die Vermieterschaft innert eines Jahres nach Beendigung des Mietverhältnisses keinen Anspruch gegenüber der Mieterschaft rechtlich geltend gemacht, kann diese gemäss Artikel 257e von der Bank die Rückerstattung der Sicherheit verlangen. Bewahren Sie das Abnahmeprotokoll, die Korrespondenz und den Nachweis des Enddatums auf.
5. Dokumentieren Sie die Wohnungsabgabe sorgfältig
Die Kautionsregeln entscheiden nicht darüber, ob eine konkrete Schadenersatzforderung berechtigt ist. Ein datiertes Abnahmeprotokoll, Fotos und schriftliche Meldungen von Mängeln können eine spätere Diskussion wesentlich erleichtern. Unterschreiben Sie keine Erklärung, die Sie nicht verstehen oder mit der Sie nicht einverstanden sind.
Checkliste zur Mietkaution
- Prüfen Sie, dass der Betrag die Obergrenze für Wohnräume nicht übersteigt.
- Zahlen Sie auf das vorgesehene Bankkonto und nicht auf ein informelles Privatkonto.
- Bewahren Sie die Kontobestätigung und den vollständigen Mietvertrag auf.
- Dokumentieren Sie den Zustand der Wohnung beim Einzug und beim Auszug.
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen. Die Kantone können ergänzende Bestimmungen erlassen, und bei einzelnen Streitigkeiten sind die konkreten Tatsachen und Unterlagen entscheidend.
Quellen
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Der Einzelfall und kantonale Verfahren können zu einem anderen Ergebnis führen.